KRINA KÖNIGSMANN

Krina Königsmann erforscht in ihren visuellen Kompositionen die Schnittstelle zwischen Natur und Industrie. In ihren Arbeiten nutzt sie weggeworfene Materialien, um komplexe, erzählerische Strukturen zu entwickeln. Von alten Spiegelresten bis hin zu Holzabfällen dienen bereits verwendete Wertstoffe als zentrales Rohmaterial ihrer künstlerischen Praxis. Sie vertritt die Überzeugung, dass gebrauchte Materialien das Potenzial haben, konventionelle Vorstellungen von Kunst zu erweitern, und hinterfragt damit die gängige Wahrnehmung, künstlerische Qualität an neue und makellose Materialien zu knüpfen.
Durch die bewusste Arbeit mit Überschuss und Abfall sensibilisiert sie für Themen wie Überfluss, Ressourcennutzung und Wertzuschreibung und eröffnet zugleich neue narrative Ebenen. Ein zentraler Bestandteil ihrer Arbeit ist das Up- und Recycling, das sie sowohl als verantwortungsvolle Praxis als auch als gestalterischen und gesellschaftlichen Ausdruck versteht. In einem multidimensionalen Ansatz, der Design, Poesie und Nachhaltigkeit verbindet, entwickelt sie neue narrative Formate und zeigt, dass Wiederverwendung und Gestaltung selbstverständlich koexistieren können.
Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit ist Krina Königsmann Gründerin und Organisatorin der Mülltrenninitiative „TRENN (DICH) SEXY“ an der Akademie der Bildenden Künste München. Im Rahmen der Initiative entwarf und gestaltete sie den Mülltrenn-Wagen „DIOGENES“ und baute die Infrastruktur der Müllentsorgung an der Akademie aus. Für dieses Engagement erhielt sie den Nachhaltigkeitspreis 2024 der Akademiestiftung und wurde für den European Climate Fund 2024 sowie für den EU Award 24/25 EWAV nominiert. Zudem wurde die Initiative vom Umweltbundesamt für die Best-Practice-Broschüre 2025 ausgewählt.
Als Mitglied des Arbeitskreises Klimaschutz an der AdBK übernimmt sie zugleich die Rolle der studentischen Vertreterin im Zentrum Hochschule & Nachhaltigkeit Bayern (BayZen).
„Kreislauffähigkeit ist die Fähigkeit, vorhandene Wertstoffe so zu verarbeiten,
dass alte Materie am Ende ihres Lebenszyklus in einen zirkulären Prozess zurückgeführt wird und exemplarisch zu neuem Leben erblühen kann.“